Chapter One, Mittenwalder Straße 30, 10961 Berlin

von Dave am 25. Juli 2012

in Genießen, Kreuzberg

Das Chapter One in Berlin-Kreuzberg

Das Chapter One

Gestern Nachmittag habe ich eine weitere Kaffeebar besucht, diesmal in Kreuzberg, in der Mittenwalder Straße, nahe des Marheinekeplatzes: Das Chapter One. Das Chapter One ist eine sehr junge Kaffebaar, sie existiert erst wenig mehr als ein halbes Jahr. Betrieben wird sie von Nora Šmahelová und Björn Köpke, beide sehr erfahrene Kaffeezubereiter, und das nicht nur, weil sie beide zuvor unter anderem jahrelang im DoubleEye gearbeitet haben. Nora Šmahelová gewann 2002 mit 21 Jahren die Deutsche Barista Championship (DBC) und sitzt in letzter Zeit öfter auch in der Jury bei solchen Veranstaltungen.

Beide sind jedoch nicht bei der italienischen Zubereitungsart stehengeblieben, sondern auch von der “3rd Wave” erfasst worden. Blickfang im Chapter One ist daher auch ein Siphon Bar Table der japanischen Firma Bonmac. An der Seite steht jedoch auch eine schöne La Marzocco Linea. Aus dieser ließ ich mir dann von Björn Köpke einen Espresso zubereiten.

Der Espresso von Backyard Coffee im Chapter One

Der Espresso im Chapter One

Die verwendete Kaffesorte war ein Single Origin der Firma Backyard Coffee, ich glaube er hieß “El Mandarino” (Mist, mein Siebgedächtnis … ;-) ). Die Zubereitung ließ – wie zu erwarten – keine Wünsche offen. Der Espresso hatte deshalb auch eine wunderbare Crema. Geschmacklich war er sehr fruchtig. Interessant dabei fand ich, dass sich durchaus verschiedene Säurenoten differenzieren ließen, ohne dass ich sie nun im Einzelnen begrifflich benennen könte. Und auch hier fehlte nicht der schokoladige Grundcharakter. Alles in allem ein sehr schönes Geschmackserlebnis, wenn auch ein gutes Stück entfernt von den traditionell italienischen Espressoblends.

Da zu dem Zeitpunkt, als ich das Chapter One besuchte, relativ wenig Betrieb war, hatte ich die Gelegenheit, Björn Köpke über verschiedene Arten der Kaffeezubereitung auszufragen, und er gab auch sehr bereitwillig Auskunft. Da ich schon länger von der Zubereitung mit dem Siphon fasziniert war, wollte ich auch hier noch eine weitere Erfahrung machen und ließ mir einen Siphon-Kaffea zubereiten. Auf Björns Empfehlung kam ein Kenia Embu von jb kaffee. Schon alleine die Zubereitung ist ein Erlebnis, das man in Berlin bisher noch nicht so oft haben kann. Aber auch geschmacklich war diese Art Kaffee zuzubereiten ein völlig neues Erlebnis: Das Getränk erinnert zunächst einmal eher an Früchtetee als an Kaffee, die Vielfalt der Aromen in diesem Getränk ist enorm. Sehr interessant ist auch, wie sich die Aromen mit der Temperatur verändern. Wird der Kaffee etwas kühler, dann treten die verschiedenen Säuren noch deutlicher in Erscheinung.

Zuletzt verließ ich den Laden dann, nachdem ich noch eine AeroPress gekauft hatte. Dazu aber ein andermal mehr. Alles in allem also ein erlebnisreicher Nachmittag.

Mein Fazit: Kaffeekultur auf höchstem Niveau und auch auf der Höhe der Zeit – aktuelle “3rd Wave”, weniger traditionell italienscher Espresso. Dennoch: sehr empfehlenswert!

» Webseite Chapter One
» Chapter One bei Facebook
» Artikel bei taz.de, u.a. über Nora Šmahelová, Björn Köpke und das Chapter One
» Interview mit Nora Šmahelová über die Eröffnung des Chapter One bei specialtycoffee.nl (englisch)

{ 3 Kommentare }

irotaS 25. Juli 2012 um 13:48

;) Das ging aber flott! Ich wollte gestern noch den Namen hinterher schicken, da ich bei meinem “Siebgedächtnis” nicht mehr sicher war, was ich schon mit geteilt hatte…

Antworten

Dave 25. Juli 2012 um 13:56

Ja, nochmals danke für den Tipp! Ohne Deinen Hinweis auf Nora und Björn hätte ich diese Bar sicher nicht so schnell besucht.

Antworten

irotaS 25. Juli 2012 um 14:20

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